Er kam herein und hat dieses Flimmern mit sich gebracht und jede hat gespürt, dass etwas nicht stimmte. Acht Köpfe hoben sich und jede wusste, wer an der Reihe war. Sie war dran – und die anderen sieben haben weiter gegessen und versucht, ihre Köpfe ganz tief in den Futtertrog zu stecken. Nur sie brachte keinen Bissen mehr runter…
So beginnt das 2004 veröffentlichte Buch “Bloß a Gschicht” vom bayrischen Liedermacher und Revoluzzer Hans Söllner. Beschrieben wird eine alltägliche Situation auf einem Bauernhof: Der Bauer betritt den Stall und wird eine Kuh schlachten. Dieses Bild begleitet die eigentliche Handlung während des ganzen Buches und wird immer wieder aufgeriffen.
Doch die eigentliche, anarchistisch-utopische Geschichte handelt von den Bewohnern des Dorfs Marzoll, in dem Hans Söllner wohnt. Die Marzoller beginnen eine Rebellion: Sie schotten sich komplett von der Außenwelt ab. Besitz wird unwichtig – jedem gehört alles. Polizei brauchen sie keine, denn die Marzoller leben miteinander und füreinander. Es gibt auch keine Fleischproduktion in Marzoll. Die Tiere leben im Verbund mit den Menschen und werden nicht einfach des Essens wegen abgeschlachtet. Jedes Tier lebt bis zum natürlichen Tod und stirbt dann in Würde.
Letzte Kommentare